5-jähriges Jubiläum

Kaum zu glauben, das Mondschaf gibt es jetzt schon seit fünf Jahren. Angefangen habe ich damals mit ein paar Strängen, die ich bei Dawanda eingestellt habe. Was bis heute daraus geworden ist, macht mich manchmal selbst noch sprachlos.

Wenn mir vor fünf Jahren jemand gesagt hätte, dass ich in ein paar Jahren hauptberuflich Wolle färben würde, hätte ich wohl vorsorglich schon mal die Jungs mit den weißen Westen gerufen. Es klingt für Nicht-Wollsüchtige wohl fast schon selbstmörderisch mutig, sich in dieser Nischen-Branche anzusiedeln. Eine Menge Selbstdisziplin und Selbstmotivation sollte man schon mitbringen. Ein bisschen Verrücktheit und Improvisationstalent schadet mit Sicherheit auch nicht. Wenn du also eine total bekloppte Idee hast, schlaf noch eine Nacht drüber, sag „Scheiß drauf!“ und mach es einfach.

Anfangs war es mehr ein netter Zeitvertreib als Abwechslung zum Job in der Werbeagentur, bei dem ich nur immer am PC saß und in der schnellen Internet-Welt alles an mir vorbeirauschen sah.

Nach drei Jahren hat sich die Gelegenheit ergeben, mich als hauptberufliches Mondschaf selbstständig zu machen und diese Entscheidung habe ich zum Glück noch nicht bereut. Im Mai 2016 habe ich dann meine Werkstatt mit Mini-Laden mitten im Taunus eröffnet – hauptsächlich, da zuhause ein normales Wohnen nicht mehr möglich war, was könnte ich da für Geschichten erzählen.

Ich arbeite mittlerweile zwar mehr als jemals zuvor, aber das Ganze macht einfach so viel Spaß, dass es eigentlich gar keine Arbeit ist – naja, von Buchhaltung mal abgesehen.

Schlussendlich habe ich das alles aber nur euch zu verdanken: den Stammkunden, den immer-mal-wieder-Kunden und auch den nur-einmal-Käufern. Ohne euch hätte ich das niemals aufbauen können. Es ist toll, so viele von euch auf den Messen und Wollfesten zu treffen, eure Projekte zu sehen oder einfach nur ein bisschen zu quatschen.

Weil sie mir so gut gefallen hat, habe ich für mein 5-jähriges Jubiläum ganz dreist die Idee von der lieben Countess Ablaze geklaut und an fünf meiner Kunden ein kleines Dankeschön-Paket verschickt.

Und als Schmankerl habe ich für euch noch ein paar Bilder für den Vergleich von damals zu heute. Auf dem ersten Bild seht ihr unseren Stand bei den Aschaffenburger Wollträumen aus dem Jahr 2013, wo ich gemerkt habe, dass ich eigentlich viel zu wenig Wolle dabei hatte. Dummerweise stand schon 2 Monate später das Wollfestival in Köln an, wofür ich dann panikartig jedes Wochenende geschuftet habe, um ein angemessenes Angebot zu haben.
All die Erfahrung, die wir in den Jahren auf den Messen gesammelt haben, könnt ihr auf dem letzten Messe-Foto sehen: das war der Mondschaf-Stand auf der Creativa in Dortmund 2016. Und ja, dieser komplette Stand (ohne Rückwände) passt in den gelben Seat Ibiza, unser Auto ist quasi eine gelbe Tardis. Wenn man aber beim Abbau des Messestandes nicht genauso gut stapelt wie beim Einladen vor der Messe, dann kann es auch mal sein, dass eine Deko-Püppi auf dem Schoß von Herrn Mondschaf nach Hause fährt (schade nur, dass es davon kein Bild gibt).

 

Aschaffenburger Wollträume 2013

Wollfestival Köln 2013

Wollfest Leipzig 2014

Creativa Dortmund 2016

 

Henry – The sexy beast

Schon lange hatte ich Henry auf meiner Liste. Eine ganze Weile hat mich aber der offensichtliche Aufwand für diesen Schal abgeschreckt, aber schlussendlich hat mich das zeitlose Muster so sehr gereizt, dass ich ihn aus einem Strang Vega in Sandstorm gestrickt habe. Und es hat sich gelohnt.

Ich habe ca. 500 Maschen angeschlagen und um zu vermeiden, Rückreihen – die ebenfalls im Muster gearbeitet werden – zu stricken, habe ich den Schal in Runden gestrickt. Dabei habe ich 20 Maschen zwischen dem Anfang und dem Ende der Runde immer glatt rechts gestrickt und diese nach dem Abketten fallen lassen und bis zur untersten Reihe aufgetrennt. Aus den so entstandenen Fransen habe ich Kordeln gedreht, da sie einfach ordentlicher aussehen als einfache Fransen.

Angeschlagen habe ich ihn mit dem Tubular Cast On und abgekettet mit dem Tubular Bind Off, damit der Rand schön gerade bleibt. Ehrlicherweise muss ich aber zugeben, ich würde ihn nicht ein zweites Mal stricken. Durch die ungeheure Anzahl an Maschen auf der Nadel hat man das Gefühl, überhaupt nicht voran zu kommen und durch das Lacegarn sieht man Fehler gerne erst ein paar Reihen später, was auf Grund der Menge an Maschen auf den Nadeln auch kein Spaß ist.

Falls ihr das also für jemand anderen strickt, überlegt es euch gut, ob der- oder diejenige die Arbeit auch zu schätzen weiß!