HÄUFIGE FRAGEN

Was muss ich bei handgefärbter Wolle beachten?

Wie industriell gefärbte Textilien auch kann handgefärbte Wolle beim ersten Waschen ausbluten, deshalb sollte sie das erste Mal unbedingt per Hand gewaschen werden. Ansonsten verträgt sie auch eine Runde in der Waschmaschine im Wollwaschgang ohne Weichspüler.

Beim Stricken mehrerer Stränge empfiehlt es sich, mit zwei Strängen alle zwei Reihen abwechselnd zu stricken, um Farbunterschiede, die bei handgefärbter Wolle natürlicherweise auftreten, auszugleichen.

Mit welchen Farben wird die Wolle gefärbt?

Ich färbe mit professionellen Säurefarben für Wolle und Seide. Sie heißen Säurefarben, da sie mit Säure (z.B. Essig oder Zitronensäure) fixiert werden. Es handelt sich um Farbpigmente, die in heißem Wasser aufgelöst werden.

Entgegen einer weit verbreiteten Meinung ist das Färben mit Säurefarben nicht schädlicher als das Färben mit Naturfarben. Naturfärbungen werden häufig mit giftigen Pflanzen hergestellt und vor dem Färben muss die Wolle erst gebeizt werden, damit sie die Farbe annimmt. Dadurch filzt sie schneller an und Garne sehen häufig ein wenig “zerrupft” aus.

Ich habe mich aus Gründen der Farbechtheit und der Wiederholbarkeit der Färbungen für die Säurefarben entschieden.

Ist das Bio-Wolle?

Es gibt weltweit nur wenige Anbieter von GOTS-zertifizierter Wolle, bei der sichergestellt ist, dass strenge Richtlinien (Überwachung aller Produktionsschritte bei der Herstellung von Rohwolle, z.B. die Haltung der Tiere, die Schur, die Wasserqualität beim Waschen der Wolle und die eventuell verwendeten Chemikalien bei der Verarbeitung der Wolle, etc.) eingehalten werden. Dieses Siegel ist sehr teuer und funktioniert nur, wenn man die komplette Produktionskette im Blick hat.

Als kleine Färberei ist dies für uns leider nicht möglich. Wir achten jedoch darauf, mulesingfreie Rohwolle zu beziehen und färben diese mit schadstofffreien Farben.

Müssen für die Seide Seidenraupenspinner sterben?

Es gibt verschiedene Arten von Seide, bei der Maulbeerseide, die als die edelste gilt, werden die Kokons inklusive der lebenden Seidenraupen in heißes Wasser gegeben, woraufhin die Raupen sofort sterben. Bei der Tussahseide wartet man erst, bis die Raupen schlüpfen und verarbeitet die Fasern erst dann weiter. Da hierbei die Kokons beschädigt werden, werden sie ausgekämmt, die Seidenfasern anschließend zu langen Garnen versponnen. Beim Verspinnen ergeben sich leichte Unregelmäßigkeiten an den Garnen, die zu einer etwas gröberen, knotigen Struktur bei Geweben aus Tussahseide führen.

Ich biete beide Sorten an und mache dies auch bei der Produktbeschreibung kenntlich. Wer keine Seide kaufen möchte, bei der die Seidenspinner sterben, muss auf Produkte aus Tussahseide zurückgreifen.

 

Woher kommt die Wolle?

Ich beziehe meine Garne und Fasern aus aller Welt, achte jedoch darauf, dass die Merinowolle möglichst nicht von australischen Merinoschafen kommt, da diese häufig durch Mulesing gequält werden – einer Methode, um den Fliegenbefall der Tiere einzudämmen. Die Merinowolle und -garne, die ich verkaufe stammt meistens aus Südamerika, wo diese Methode nicht angewandt wird. Generell gilt, je teurer ein Strang Wolle ist, desto hochwertiger und tierfreundlicher ist sie hergestellt worden.

Habt ihr auch vegane Wolle?

Unter veganer Wolle versteht man Garne, die nicht aus tierischen Fasern bestehen, die also entweder aus pflanzlichen oder synthetischen Materialien besteht. Da sich pflanzliche Garne nicht mit Säurefarben färben lassen und wir es möglichst vermeiden, synthetische Garne zu färben, werdet ihr keine vegane Wolle beim Mondschaf finden.